AAT - Anti-Aggressivitätstraining

Bundeskongress Anti-Aggressivitätstraining in Aßlar

Diese Trainingskurse richten sich an gewalttätige Menschen im Alter von 16-30 Jahren, bei denen sich rücksichtsloses Verhalten verfestigt hat. In erster Linie werden verurteilte Gewalttäter von den zuständigen Gerichten zwischen Marburg und Limburg in der Ost-West-Schiene, sowie von Dillenburg bis nahezu Frankfurt in der Nord-Süd-Schiene an uns verwiesen.
Kursdauer: ca. 6 Monate mit in der Regel wöchentlichen Terminen mit einer Dauer von 2,5 bis 3,5 Stunden je Sitzung.

Das Training richtet sich an selbstbewusste, willensstarke junge Männer, die Gewalt als erfolgreiches und ökonomisches Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen verinnerlicht haben (sozusagen als erfolgreiches Handlungsprinzip).

Das Training erfährt seine Glaubwürdigkeit durch Ex-User (ehemalige Gewalttäter), Gewaltexperten (im Fachjargon Tutoren)

Das Prinzip

Ächtung von gewalttätigem Handeln durch

  • Einimpfung von Opferleid: Wer Mitleid hat, dem wird der Spaß an der Gewalt verdorben!! Dies geschieht durch detailgetreue Tatbesprechung und somit  durch das Zerschlagen der Tatlegenden und Rechtfertigungsstrategien des „gerechten Kämpfers für Freiheit und Gerechtigkeit“.
  • Konfrontation mit dem bisherigen Lebenswerk (Schule, Beruf, Vorverurteilungen, Schmerzensgelder, Regressforderungen etc.). Bei einer Gegenüberstellung der Kosten-Nutzen-Analyse muss letztendlich nahezu jeder zu dem Ergebnis kommen, dass sich Gewalt nicht lohnt. 

Es ist ein Coolnesstraining und ein Provokationstest, denn wer die Belastung im Training aushält, braucht auf der Straße nicht mehr auf jede Kleinigkeit  zu reagieren. Dies geschieht unter anderem mit dem Mittel des 'Heißen Stuhls', in dem die Trainingsteilnehmer von einer Übermacht von bis zu 10 anderen Teilnehmern und zwei Sozialarbeitern schonungslos mit ihren Taten konfrontiert werden. Verniedlichungen („eine geklatscht“ - Ergebnis Joch- und Nasenbeinbruch) oder Rechtfertigungen (häufig genannt: Ehre der Familie verteidigt) werden dabei nicht akzeptiert, sondern die Taten ins rechte Licht gerückt.  Die wahren (meist feigen und hinterhältigen) Hintergründe der Tat werden versucht aufzudecken.

Der heiße Stuhl kann und darf jedoch nicht das einzige Mittel des AAT® sein. Bis es zum heißen Stuhl kommt, vergehen in der Regel etwa 8 Wochen, in denen in vorbereitenden Sitzungen Informationen für eben den heißen Stuhl gesammelt werden und  zugleich mit  vertrauensbildenden Maßnahmen die „Interventionserlaubnis“ für den heißen Stuhl informell eingeholt wird. Ziel des heißen Stuhls darf nicht das Zerbrechen der Persönlichkeit des Täters sein. Es wird angestrebt, dass der Betreffende zu einer Einsicht gelangt und der Veränderungswille erkennbar und formuliert wird. Anti-Aggressivitätstraining (AAT®)

Termine nach Vereinbarung


Karl-Heinz Sames
Stadtjugendpfleger, Dipl.-Sozialpädagoge, Dipl.-Sozialarbeiter, Anti-Aggressivitätstrainer AAT® (ISS)
Tel.: 06441 209882 karl-heinz.sames@kontakt-asslar.de

Karsten Müller
Dipl.-Sozialarbeiter, Kinder-und Jugendschutzbeauftragter der Stadt Aßlar, Anti-Aggressivitätstrainer (AAT®), Seniorenberatung, Schuldnerberatung.
Tel.: 06441 209882 karsten.mueller@kontakt-asslar.de